Chef der Armee im Dialog mit Ostschweizer Unternehmern

Chef der Armee im Dialog mit Ostschweizer Unternehmern

Die Territorialregion 4 hat Ostschweizer Unternehmer und Politiker ins ausserrhodische Walzenhausen zum Dialog mit dem Chef der Armee eingeladen. Korpskommandant André Blattmann führte in die aktuellen Entwicklungen rum um die Weiterentwicklung der Armee ein, wies auf die Sicherheitsentwicklungen in und um Europa hin und die daraus entstehenden Probleme für unser Land und beantwortete die zahlreichen Fragen der über 80 anwesenden Unternehmer und Politiker aus der gesamten Ostschweiz.

Divisionär Hans-Peter Kellerhals, Kommandant der Territorialregion 4, begrüsste die Teilnehmer in Walzenhausen und führte in die Aufgaben seiner Territorialregion ein. Die Ter Reg 4 ist die Brücke zwischen der Armee und den 7 Kantonen der Region 4 und liefert Hilfe, Schutz und Sicherheit zugunsten der Bevölkerung in den Ostschweizer Kantonen. Dazu werden Risiken aktiv geübt und die Truppe zeigt in realistischen Szenarien jedes Jahr, was sie alles kann und wo sie sich weiter verbessern muss.

Im Anschluss überbrachte der Ausserrhoder Regierungsrat Paul Signer die Grussworte der Politik. In seinem kurzen Referat betonte er die Wichtigkeit dass Militär und zivile Behörden Hand in Hand zusammenarbeiten und dass gerade das Militär die Möglichkeit biete in unterschiedlichster persönlicher Herkunft den Zusammenhalt für das gemeinsame ganze zu erfahren. Nur in diesem Miteinander könne sowohl Militär wie auch zivile Behörden die Sicherheit für die Bevölkerung auch in Zukunft garantieren.

Der Chef der Armee, Korpskommandant André Blattmann, betonte die gute Zusammenarbeit mit den beiden Appenzeller Kantonen und dankte dem Ausserrhoder Regierungsrat Paul Signer und dem Innerrhoder Landesfähnrich Martin Bürki.

Für den CdA stehen Kantone und Unternehmen im Mittelpunkt der Anstrengungen. Die Kantone sind die eigentlichen Abnehmer der Leistungen der Armee und die Unternehmer sorgen dafür, dass die Armee gut ausgebildete Milizsoldaten und -kader für den Einsatz und die militärische Weiterausbildung gewinnen kann. Gemeinsam ergebe sich so eine klassische Win-Win-Situation für beide Seiten. Sicherheit und Stabilität für den Wirtschaftsstandort Schweiz und frühe Führungserfahrung und die Bereitschaft auch in schwierigen Situationen nach Lösungen zu suchen.

Im Anschluss führte Blattmann in die aktuellen Sicherheitsentwicklungen in und um Europa ein. Konflikte, Kriege, Krisen und Katastrophen zeigen nur wenige Flugstunden von der Schweiz entfernt ein erschütterndes Bild. Der Krieg ist wieder in Europa angekommen, wie auch Bundesrat Burkhalter an der letzten Swissmem Veranstaltung feststellte. Ereignisse wie in der Krim zeigen, dass wer sich nicht selber schützen kann, zum Spielball von Drittinteressen wird.

Gerade das Beispiel Krim zeige, wie heute Interessen umgesetzt werden können. Von der Lähmung durch Cyber-Attacken, einem gleichzeitigen Informationskrieg, bis zum Einsatz von Sonderoperationskräften wurden die gesamten Möglichkeiten eingesetzt.

Auch die Schweiz ist gefährdet. Unsere Vielzahl an kritischen Infrastrukturen, die zeitnahe Produktion unserer Unternehmen und Industriebetriebe erlaube für einen zielstrebig agierenden Angreifer mit wenig Mitteleinsatz grosse Auswirkungen. Um diesen neuen Bedrohungen gerecht zu werden, hat die Weiterentwicklung der Armee mit der Vergrösserung der Militärpolizei, der schneller mobilisierbaren Truppen, der vollständigen Ausrüstung und der Regionalisierung die richtigen Antworten.

Weiter führt der Chef der Armee aus, dass Bedrohungen heute sofort eintreten können. Vorwarnzeiten von mehreren Jahren existieren nicht mehr. Die Armee muss jederzeit bereit sein eingesetzt zu werden, dazu muss auch die Beschaffung entsprechender Rüstungsgüter dauernd vorgenommen werden. Auch im Bereich Cyber-Defence habe die Schweizer Armee grosse Fortschritte gemacht. Erst gerade habe sie im internationalen Wettbewerb zusammen mit unseren technischen Hochschulen den ersten Platz errungen. Dazu wird ein sicheres Führungsnetz aufgebaut und ein Cyber-Defence Stab sorgt für die Vernetzung von Armee, Politik und Wirtschaft.

Bei der Weiterentwicklung der Armee sieht Blattmann keine grosse Differenz in den Räten. Alle Hauptpunkte seien unbestritten, nur die Finanzierung sei in Anbetracht der Finanzlage des Bundes die eigentliche Diskussion. Dabei sei für in klar, dass bei einer Reduzierung der Finanzierung durch die Politik die Armee die vereinbarten Leistungen im Rahmen der WEA nicht mehr erbringen kann. Hier werde die Armee ehrlich sein und klar darlegen, dass mit weniger Geld nicht mehr die gleiche Sicherheit garantiert werden kann. Die volle Finanzierung der WEA sei essentiell. Nur so könne die Armee weiterhin als strategische Reserve die Sicherheit und Freiheit der Schweiz garantieren.